Bone China

alle Bilder © Uta Rauser, 2913

alle Bilder © Uta Rauser, 2913

Die beiden Fläschchen erstand ich in Beijing. Ich benutze sie selten, denn ich stellte fest, dass Flaschen mit würzigen Flüssigkeiten durchsichtig sein sollten, damit man das Gießen dosieren kann.
Aber schön sind sie! Aus der Pekinger Porzellanmanufaktur Spin Jingdezhen China. Typisch ist ein zart grünlicher Schimmer in der Glasur.

Man kann über China unterschiedlich denken, je nachdem, welche Informationen man hat. Eines ist für mich unbestreitbar. China hat die beste, und wahrscheinlich auch die gesundeste (hier passt es sogar zusammen) Küche der Welt.

In Beijing ging ich jeden Morgen in der Baiziwan Road am 4. Ring zu derselben Frau, die auf ihrem Wägelchen eine Art Crêpe buk. Darauf verstrich sie zwei dunkle Soßen, ein rohes Ei, dann gehackte Frühlingszwiebeln und ein paar Blätter Salat. Übereinandergefaltet ließ sie es in eine Supermarktgemüseplastiktüte rutschen, und kassierte mit freundlich lächelnden Augen umgerechnet 20 Cent von mir.
Dieser Crêpe war unhandlich, doch köstlich und wohltuend und sättigte bis in den Nachmittag hinein.

In einer der Suppenküchen, die es massenhaft in den Straßen gibt, bot man mir in Sud brodelnde Holzspießchen an. Ich bin beim Essen so neugierig, dass ich nur selten zurückschrecke. Als ich einen Spieß mit einem Hahnenkopf daran aus der Brühe zog, lachten alle schallend. Nach einer Schrecksekunde lachte ich mit, schob den Spieß zurück, sendete ein Stoßgebet, bevor ich den nächsten Spieß zog und – wurde erhört. Ein Wachtelei. Ein zweites Mal hätte ich keinen Spieß ablehnen können, ohne mich unhöflich zu fühlen.

________________

Bone China
I bought these two bottles in Beijing. I seldom put them to use because I noticed that bottles of spicy liquids should be transparent so you can see the exact amount of hot sauce while pouring. But how beautiful they are! From the Peking Jingdezhen China, typical for the delicate green shimmer of its glaze.
You can think differently of China depending on the information you get. For me, one thing is indisputable. China has one of the best and probably also the healthiest (here they match perfectly) cuisine on earth.
Every morning in Beijing I went to the same woman in Baiziwan Road at Ring 4. She baked something like a crêpe on her little cart. On it she spread two dark sauces, a raw egg, chopped spring onions and a few leaves of lettuce. After folding it over, she slid the whole into a plastic bag from the supermarket and collected the equivalent of 20 cents from me with friendly, smiling eyes. This stuffed crêpe was tricky to eat, but delicious and enjoyable and curbed my hunger till the afternoon.
I am so curious when it comes to food that I seldom say no. In one of the soup stands found en masse in the streets, I was offered the chance to pick out one of the wooden skewers boiling in a broth. Everybody was beaming at me and I smiled back. The first skewer I pulled out had a cock’s head attached to it and everyone guffawed. After a brief shock I laughed with them and put the skewer back. I sent out a quick prayer before I grabbed the next skewer and lo and behold, my prayer was answered: a quail’s egg. That was really potluck. I wouldn’t have dared refuse another skewer without feeling rude.

4 Gedanken zu “Bone China

  1. Eine köstliche Geschichte mit dem Hahnenkopf. Ganz schön mutig das Essen auf der Straße zu kaufen. Die neuen Fotos sind wieder sehr sehr schön. Fantasievoll und irgendwie leicht.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s